SchneewittchenAuswahl

Am 23.10.2019 war es soweit. Der Saal des Seniorenheimes Königs Wusterhausen wurde innerhalb kürzester Zeit zur Märchenbühne mit Requisiten, die teilweise in unserer Kreativwerkstatt - gemeinsam mit unseren Bewohnern - hergestellt wurden.

Große Zimmerpflanzen bildeten die perfekte Kulisse für den Wald und einen großen roten Vorhang, wie auf einer richtigen Bühne, gab es auch.

Damit aber nicht genug. Ein Einspieltrailer ließ märchenhafte Musik erklingen und kündigte uns das Märchen „Schneewittchen“ an.

Die Schauspieler waren eine Bewohnerin und das Team soziale Betreuung der Einrichtung sowie 5 Kinder unserer Mitarbeiter.

Es wurde ganz still im „Theatersaal“. Spannung lag in der Luft.
Die Kinder der Mitarbeiter agierten als Zwerge voll in ihrem Element, die zum Zwergenlied von der Arbeit kamen und durch das Publikum marschierten. Das Bühnenbild schmückte den Essplatz der Zwerge und auch die 7 kleinen Bettchen durften nicht fehlen sowie ein glä-serner Sarg für das Schneewittchen.

Unsere Bewohner befanden sich also mitten im Bühnenbild und waren dadurch in das Spiel einbezogen. Vier Generationen bescherten uns einen märchenhaften Nachmittag, den wir sobald nicht vergessen werden. Alle, Mitarbeiter und Bewohner, waren begeistert von den Schauspieltalenten der Vorführenden. Der Applaus, den alle Beteiligten ernteten, war deshalb auch gewaltig.

Die schauspielenden Mitarbeiter haben versprochen, dass weitere Aufführungen folgen werden und üben bereits fleißig an einem weite-ren Märchen der Gebrüder Grimm.

IMG 0650Die Bewohner vom AWO Seniorenheim Deutsch Wusterhausen fahren wieder mit dem Bus.

Wann bin ich eigentlich das letzte Mal mit dem Bus gefahren?

„Damals gab es noch Klinken an der Tür“, war die Antwort.

Für regelmäßige Pendler erscheint dies vielleicht etwas komisch, doch viele passionierte Autofahrer haben teilweise seit über 10 Jahren kei-nen Bus mehr betreten. Umso spannender wurde es, als Bewohner und Mitarbeiter vom Seniorenheim Deutsch Wusterhausen den Gelenkbus der RVS (Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH) betraten, welcher auf einmal auf dem Gelände stand.

Der RVS-Bus stand aus zwei Gründen dort:

Er soll die Erinnerung an „damals“ wecken, als man noch regelmäßig mit dem Bus unterwegs war.

Aber er soll auch den Auftakt zur Zusammenarbeit darstellen - der Zusammenarbeit von Busfahrern und Bewohnern mit körperlichen Einschränkungen.

Dies reicht vom regelmäßigen Austausch, über eine Lichterfahrt durch Potsdam, bis hin zur praxisnahen Begleitung beim Ein- und Aussteigen durch das Fahrpersonal.

Herr Hagemann von der RVS gab am 21. Oktober 2019 bereits eine kleine Kostprobe davon, wie moderne Busse von innen aussehen und zeigte, welche Möglichkeiten für den helfenden Ein- und Ausstieg vor-

handen sind.

Als alle Senioren ihren Sitzplatz gefunden hatten, dauerte es nicht lange bis das Lied „Ein Hoch auf unseren Busfahrer“ angestimmt wurde.

Es bleibt festzustellen, Arbeiten im öffentlichen Nahverkehr und in der Pflege sind Tätigkeiten in denen es sehr auf die soziale Kompetenz und die Fähigkeit zum situationsgerechten Handeln ankommt. Beide Berufs-gruppen freuen sich über Mitarbeiter mit Herz.

Anbei ein paar Impressionen in Bilderform.

RVS Bus in DWRVS Bus in DW

Tempo30Das AWO Seniorenheim Deutsch Wusterhausen hat eine Reduzierung auf Tempo 30 erwirkt.

Vor Schulen und Kindergärten ist es mittlerweile fast schon Standard geworden, dass Autos mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h an den Einrichtungen vorbeifahren dürfen. Es macht ja auch Sinn, schließ-lich können Kinder und Jugendliche die Gefahren des Straßenverkehrs häufig schwerer einschätzen als geübte Autofahrer.

Doch was ist eigentlich mit unseren Senioren, bei denen die körper-lichen Einschränkungen zunehmen, oder Menschen mit demenziellen Erkrankungen, die gar nicht die Wahrnehmung haben, dass sie sich gerade auf einer viel befahrenen Straße befinden?

Genau diesem Problem sah sich das AWO Seniorenheim in Deutsch Wusterhausen bis vor kurzem noch ausgeliefert. Die Chausseestraße, gleichzeitig die Hauptstraße durch Deutsch Wusterhausen, ist viel befahren. Sei es der Berufsverkehr zu mehreren Zeiten des Tages oder einfach die Ausweichmöglichkeit für viele LKW-Fahrer, wenn die A10 mal wieder von einem Unfall geplagt ist.

Dies hat nun ein Ende. Das Team des Seniorenheims konnte sich nach vielen Gesprächen mit der Kommune letztendlich durchsetzen und ein Tempo-30-Schild bereichert nun den Abschnitt der Chausseestraße vor der Senioren-Einrichtung.

Seniorenheime dürfen Bewohnern das Verlassen des Geländes nicht verwehren. Dabei schwingt immer wieder die Gefahr mit, dass die Se-nioren beim Überqueren von Straßen nicht ausreichend auf den Verkehr achten. Die Begrenzung auf Tempo 30 gibt den anderen Verkehrsteilnehmern zumindest die Möglichkeit, rechtzeitig reagieren

zu können und somit schwerwiegende Folgen zu vermeiden